logoblogg.de • Elektrische Zigarette 

Samstag, 02.08.2008

Zitat des Tages zum Weg

"Ich bin bereit überall hinzugehen, vorausgesetzt, der Weg führt vorwärts."

 

David Livingstone (1813-1873), britischer Missionar und Forschungsreisender

Sonntag, 22.06.2008

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Samstag, 07.06.2008

Zitat des Tages über die Ehe

Eine glückliche Ehe ist eine, in der sie ein bisschen blind und er ein bisschen taub ist.

 

Loriot (*1923), eigentlich Vicco von Bülow, deutscher satirischer Zeichner

Samstag, 31.05.2008

Zitat des Tages über Belohnung und Strafe

Durch Belohnung oder Strafe kann man Menschen zwingen, zu erklären oder zu beschwören, daß sie glauben, und zu handeln, als ob sie glaubten: Mehr kann man nicht erreichen.

Jonathan Swift

Sonntag, 02.03.2008

Zitat des Tages über die Philosophie

Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.

Peter Bamm

Freitag, 29.02.2008

Zitat des Tages über das Ziel

"Nachdem wir das Ziel aus den Augen verloren haben

verdoppeln wir unsere Anstrengungen" (Mark Twain)

Sonntag, 03.02.2008

Zitag des Tages über das Genie

Ihre Entstehung verdanken die Meisterwerke dem Genie, ihre Vollendung dem Fleiss.

Joseph Joubert

Sonntag, 27.01.2008

Zitat des Tages über Gott und die Welt

Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.

Albert Einstein

Dienstag, 22.01.2008

Zitat des Tages über Freunde

Es sind die Freunde, die man um 4 Uhr morgens anrufen kann, welche von Bedeutung sind.

Marlene Dietrich

Samstag, 05.01.2008

Zitat des Tages über die Kleinigkeiten

"Ich fühle, daß Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen."

 

Charles Dickens (1812-1870), englischer Schriftsteller

Samstag, 29.12.2007

Zitat des Tages zum "Zeit haben"

 

Die Kunst, Zeit zu haben, ist auch die Kunst, sich die Leute vom Leibe zu halten, die uns die Zeit stehlen.

Emil Oesch

Donnerstag, 27.12.2007

Zitat des Tages über den Tod

"Oft denke ich an den Tod, den herben, und wie am End' ich's ausmach?! Ganz sanft im Schlafe möcht' ich sterben und tot sein, wenn ich aufwach!"

 

Carl Spitzweg (1808-1885), deutscher Maler

Mittwoch, 26.12.2007

Zitat des Tages über das Leben

Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben.

 

Martin Luther King

Montag, 24.12.2007

Zitat über das Hinfallen

"Es ist keine Schande hinzufallen, aber es ist eine Schande, einfach liegenzubleiben."

 

Theodor Heuss (1884-1963), deutscher liberaler Politiker und Publizist, Bundespräsident 1949-59

Sonntag, 23.12.2007

Aufgelesen: über den "Deutschen"

"Der Erzähler jener Neuigkeit war ein Schneidergesell, ein niedlicher kleiner junger Mensch, so dünn, dass die Sterne durchschimmern konnten, wie durch Ossians Nebelgeister, und im ganzen eine volkstümlich barocke Mischung von Laune und Wehmut. Dieses äußerte sich besonders in der drollig rührenden Weise, womit er das wunderbare Volkslied sang: 'Ein Käfer auf dem Zaune saß; summ, summ!' Das schön bei uns Deutschen; keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht. Nur ein Deutscher kann jenes Lied nachempfinden und sich dabei totlachen und totweinen. [Der Schneider sang noch viele andere Volkslieder, in welchen lauter 'schwarzbraune Augen' leuchteten, und also den süddeutschen Ursprung verrieten. Ich kenne nur ein einziges Volkslied, worin sich norddeutsche 'blaue Augen' befinden, und dieses (es steht im 'Wunderhorn') scheint mir nicht einmal echt. Ist aber Süddeutschland die Heimat des Volksliedes, so ist Norddeutschland die Heimat des Volksmärchens, einer ebenso schönen Blume, die ich auf dieser Reise antreffe. Die Lyrik gehört dem Süden, die Epik dem Norden. Beiden gehört Goethe. -]"

Quelle: Heinrich Heine: Harzreise; Reclam-Verlag Stuttgart, 2003

Samstag, 22.12.2007

Zitat des Tages über die Jugend

Die Jugend wäre eine schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.

Charlie Chaplin

Freitag, 21.12.2007

Zitat des Tages über Grundsätze

In Aufstellung unserer Grundsätze sind wir strenger als in ihrer Befolgung.

Theodor Fontane 

Mittwoch, 19.12.2007

Ballett: Senju Kannon

Sonntag, 16.12.2007

English for beginners

Drei Hexen schauen sich drei Swatch Uhren an. Welche Hexe schaut welche Swatch Uhr an?

 

Und nun das ganze in englischer Sprache !

 

Three witches watch three swatch watches. Which witch watch which swatch watch?

 

Englisch für Fortgeschrittene:

 

Drei geschlechtsumgewandelte Hexen schauen sich drei Swatch Uhrenknöpfe an. Welche geschlechtsumgewandelte Hexe schaut sich welchen Swatch Uhrenknopf an?

 

...das Ganze wieder in englischer Sprache !

 

Three switched witches watch three Swatch watch switches. Which switched witch watch which Swatch watch switch?

 

Englisch im Endstadium:

 

Drei Schweizer Hexen-Schlampen, die sich wünschen geschlechtsumgewandelt zu sein, schauen sich Schweizer Swatch Uhrenknöpfe an. Welche Schweizer Hexen-Schlampe, die sich wünscht geschlechtsumgewandelt zu sein, schaut sich welche Schweizer Swatch Uhrenknöpfe an?

 

...das ganze in Englisch:

 

Three swiss witch-bitches, which wished to be switched swiss witch-bitches, wish to watch three swiss Swatch watch switches. Which swiss witch-bitch which wishes to be a switched swiss witch-bitch, whishes to watch which swiss Swatch watch switch

Sonntag, 09.12.2007

Aufgelesen: über die Füße der Göttinger Damen

"Ausführlicheres über die Stadt Göttingen lässt sich sehr bequem nachlesen in der Topographie derselben von K.F.H. Marx. Obzwar ich gegen den Verfasser der mein Arzt war und mir viel Liebes erzeigte, die heiligsten Verpflichtungen hege, so kann ich doch sein Werk nicht unbedingt empfehlen, und ich muss tadeln, dass er jener falschen Meinung, als hätten die Göttingerinnen allzu große Füße, nicht streng genug widerspricht. Ja, ich habe mich sogar seit Jahr und Tag mit einer ernsten Widerlegung dieser Meinung beschäftigt, ich habe deshalb vergleichende Anatomie gehört, die seltensten Werke auf der Bibliothek exzerpiert, auf der Weenderstraße stundenlang die Füße der vorübergehenden Damen studiert, und in der grundgelehrten Abhandlung, so die Resultate dieser Studien enthalten wird, spreche ich

1. von den Füßen überhaupt,

2. von den Füßen bei den Alten,

3. von den Füßen der Elefanten,

4. von den Füßen der Göttingerinnen,

5. stelle ich alles zusammen, was über diese Füße auf Ullrichs Garten schon gesagt worden,

6. betrachte ich diese Füße in ihrem Zusammenhang und verbreite mich bei der Gelegenheit auch über Waden, Kniee usw., und endlich

7. wenn ich nur so großes Papier auftreiben kann, füge ich noch hinzu einige Kupfertafeln mit dem Faksimile göttingischer Damenfüße."

Quelle: Heinrich Heine: Harzreise; Reclam-Verlag Stuttgart 2006

Samstag, 08.12.2007

Zitat des Tages über den Charakter

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht!

                                                                       Abraham Lincoln

Donnerstag, 06.12.2007

Zitat des Tages über die Verantwortung

Samstag, 24.11.2007

Zitat des Tages über die Sünde

Die Physiker haben erfahren, was Sünde ist, und dieses Wissen wird sie nie mehr ganz verlassen.

J. Robert Oppenheimer

Donnerstag, 22.11.2007

Zitat des Tages über die spitze Zunge

Eine spitze Zunge ist der einzige Gegenstand, der durch ständigen Gebrauch nur noch spitzer wird.

Washington Irving

Sonntag, 18.11.2007

Zitat des Tages über die Bildung

Bildung muss eines der vielen Mittel zur geistigen Entwicklung sein, aber wir hatten in der Vergangenheit wahre Geistesriesen, die keinerlei Bildung besaßen.

 

 

Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer


Samstag, 17.11.2007

Zitat des Tages über Vorhersagen

"Ich kann die Bewegung der Himmelskörper berechnen, aber nicht das Verhalten der Menschen."

 

Sir Isaac Newton (1643-1727), englischer Mathematiker, Physiker und Astronom

Montag, 12.11.2007

Zitat des Tages über den Abschied

"Ein Abschied ist immer Abendsonnenglanz, halb nur mehr im Licht und halb schon in Dunkelheit."

Quelle: Stefan Zweig: "Maria Stuart"; Fischer Verlag , Frankfurt 1981

Sonntag, 11.11.2007

Zitat des Tages über das Schweigen und die Gegenwart

Das Schweigen von gestern rechtfertigt nie das Schweigen von heute.

 

 

Otto Schily (*1932), deutscher SPD-Politiker

Samstag, 10.11.2007

Zitat des Tages zum "Danke" sagen

 

"Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen."


Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr. - 43 v.Chr.), römischer Redner und Schriftsteller

Freitag, 09.11.2007

Zitat über Wichtiges und Unwichtiges

Wer sich zu wichtig für kleine Arbeiten hält, ist oft zu klein für wichtige Arbeiten.

Jacques Tati

Donnerstag, 08.11.2007

Zitat des Tages über das Leben von der Wahrheit

"Sehr viele Menschen leben davon, daß die Wahrheit auf Erden so schwer zu finden ist: die Detektive, Rechtsanwälte, Richter, Schriftsteller, Wissenschaftler, Philosophen, Geistlichen und viele andere."

 

Georges Simenon (1903-1989), belgischer Kriminalschriftsteller (Kommissar Maigret)

Sonntag, 04.11.2007

Zitat des Tages zum Risikomanagement

 

"Die Klugheit ist sehr geeignet zu bewahren, was man besitzt, doch allein die Kühnheit versteht zu erwerben."

 

Friedrich II. (1194-1250), römisch-deutscher Kaiser (Staufer)

Samstag, 03.11.2007

Zitat des Tages über das Aufstehen

Wer spät zu Bett ging und früh herausmuss, weiss, woher das Wort Morgengrauen kommt.

Robert Lembke

Freitag, 02.11.2007

Aufgelesen: vierzig Jahre später von Theodor Fontane

...

"Da seh ich wieder das Kuckloch. Und steht auch wieder auf. Erkältest Du Dich nicht?"

"Nein, mein Jung. Und jedenfalls, es läßt sich nicht anders tun. Wenn ich das Fensterchen zumache, kriege ich keine Luft. Und nachts... Gefahr is nicht... reinstehlen kann sich keiner; solche dünne Kerle gibt es gar nicht. Und dann hab ich ja auch die Pistole."

"Ist es immer noch die alte, die nicht losgeht?"

"Natürlich. Auf das Losgehn kommt es bei Pistolen auch gar nicht an. Die moralische Wirkung entscheidet dabei. Das Moralische entscheidet überhaupt."

"Meinst Du?"

"Ja das mein ich. Ich bin erst spät dahintergekommen, aber besser spät als gar nicht...."

Quelle: Theodor Fontane: "Meine Kinderjahre", aus dem 16. Kapitel; Deutscher Taschenbuch-Verlag München 1971

Donnerstag, 01.11.2007

Zitat des Tages über die Frau

 

Das Flüstern einer schönen Frau hört man weiter als den lautesten Ruf der Pflicht.

Pablo Picasso

Sonntag, 28.10.2007

Zitat des Tages über das Leben

 

"Ein Leben, bei dem nicht von Zeit zu Zeit alles auf dem Spiel steht, ist nichts wert."

 

Luise Rinser (1911-2002)

Samstag, 27.10.2007

Zitat des Tages über den Beweis

Der Beweis ist das Erb-Unglück des Denkens.

Elias Canetti

Mittwoch, 24.10.2007

Zitat des Tages über Optimismus

 

"Sobald ein Optimist ein Licht erblickt, das es gar nicht gibt, findet sich ein Pessimist, der es wieder ausbläst."

 

Giovanni Guareschi (1908-1968), italienischer Schriftsteller (Don Camillo und Peppone)

Sonntag, 21.10.2007

Zitat des Tages über die Pflicht

 

Die Pflicht gegen sich selbst besteht darin, daß der Mensch die Würde der Menschheit in seiner eigenen Person bewahre.

Immanuel Kant

Samstag, 13.10.2007

Zitat des Tages über das Leben

Das Leben ist ein dorniger Rosenstock und das Glück die Blüte.

Konfuzius

Kǒng Zǐ (chin. transkribiert: Kong Tse; Wade-Giles: K'ung-tzû, „Meister Kong“) war ein chinesischer Philosoph und Namensgeber für die im Westen als Konfuzianismus bekannten Lehren der Schule der Gelehrten. Sein eigentlicher Name war Kǒng Fū Zǐ, (höflichere Anrede) zu Deutsch Meister Konfuzius – die Endung -us hat ihren Ursprung darin, dass seine Texte zuerst von Jesuiten ins Lateinische übertragen wurden. Auch die Bezeichnung Hoang-Dzuy Vo, zu Deutsch Meister Suti, erscheint in einigen Quellen.

Er lebte vermutlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. und wurde unter dem Namen Kong Qiu (Wade-Giles: K'ung Ch'iu) in der Stadt Qufu im chinesischen Staat Lu (die heutige Provinz Shandong) geboren, wo er auch starb.

Die Familie Kong besteht weiterhin in gerader Linie und dürfte damit eine der ältesten nachgewiesenen Familien der Welt sein. Ein Nachfahre der 75. Generation lebt heute in Taiwan. Auch eine Familie Kong in Qufu führt ihren Stammbaum auf Konfuzius zurück.

Konfuzius gründete eine Schule für Philosophie. Der zentrale Wert seiner Lehren war die Ordnung, die seiner Meinung nach durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar sei. Im Mittelpunkt seines Denkens stand der „Edle“ (君子 junzi), ein moralisch einwandfreier Mensch. Der Gedanke der Harmonie spielt eine bedeutende Rolle in seiner Weltanschauung: „Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint“, sah Konfuzius als das höchste menschliche Ziel an. „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht seien das Ziel.

Quelle dieser Information: http://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius

Sonntag, 07.10.2007

Projektorganisation nach Johann Wolfgang von Goethe


"...Übergeben Sie ja, wenn es zur zweiten Auflage kommen sollte, das Ganze irgend jemand zur Besorgung. Man verdirbt sich durch dergleichen mechanischen Bemühungen, auf die man nicht eingerichtet ist und die man nicht mit der gehörigen Präzision treibt, den ganzen Spaß und hat erst am Ende, wo alles zusammen treffen soll den Verdruß weil es an allen Enden fehlt..."

Quelle: Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805, Band 1; München 2005; Goethe in einem Brief an Schiller am 10.Oktober 1796 in Weimar; ISBN 3-442-07708-7

"Auf die Berge will ich steigen!"


Schwarze Rücke, seidne Strümpfe,
Weiße, höfliche Manschetten,
Sanfte Reden, Embrassieren,
Ach, wenn Sie nur Herzen hätten!

Herzen in der Brust, und Liebe,
Warme Liebe in den Herzen -
Ach mich tötet ihr Gesinge
von erlognen Liebeschmerzen.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die frommen Hütten stehen,
Wo die Brust sich frei erschließet,
Und die freien Lüfte wehen.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunklen Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,
Und die stolzen Wolken jagen.

Lebet wohl, ihr glatten Säle!
Glatte Herren! Glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,
Lachend auf euch niederschauen.

Quelle: Heinrich Heine: Die Harzreise; Ditzingen 2006; ISBN-13: 978-3-15-002221-4
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Samstag, 06.10.2007

Literatur: Beethovens 9. Symphonie und die Ode an die Freude

 "...Ich sollte eine Fernsehschule aufbauen. In Algier. Ein Jahr nach der Befreiung. Wir setzten ein Inserat in den 'Mudschahid' und gaben bekannt, daß am 1.Oktober 1963 eine Prüfung stattfinden sollte. Es meldeten sich viertausend....

...Gleich zu Anfang ging die Türe auf und Genfud trat in den Saal. Kaum stand er vor uns, begann er auch schon seine Chancen zu versauen. Er war häßlich und verschwitzt. Roch nach ranzigem Öl. War dünn, grauäugig, abweisend. Das alles hätten wir ihm verziehen, wenn er nicht so ruppig gewesen wäre. Er war gegen uns. Versuchte nicht einmal, mit uns ins Gespräch zu kommen. Er stand da und stank. War abgeblitzt, bevor er zu Wort kam. Ich stellte ihm - der Ordnung halber - eine Routinefrage, damit er nicht herumerzählte, man habe ihn nicht geprüft:

- Warum wollen Sie zum Fernsehen, Monsieur Genfud?
- Weiß ich nicht, antworte er und blickte zur Decke.
Kersabi war nicht gewillt, sich beleidigen zu lassen, und erklärte frostig:
- Kommen Sie wieder, wenn Sie es wissen. In einem Jahr oder sonst einmal.

Ich hatte Mitleid mit dem Jungen und fragte ih, wozu er denn die lange Reise gemacht habe, von Tlemcen nach Alger, wo er doch keine Ahnung hatte, welches sein Ziel sei. Da gab er zurück, es sei nicht seine Aufgabe, ihn auf seine Ziele zu prüfen, sondern auf seine Kenntnisse. Was er sich wünsche sei seine Sache und gehe mich nichts an.

Die Antwort war unerhört. So war logisch. Ich bekam Lust, den Kerl kennenzulernen, und versuchte, näher an ihn heranzurücken:
- Haben Sie eine Beziehung zur Malerei?
- Nein.
- Zur Literatur?
- Nein.
- Die Kunst läßt sie kalt?
- Ich habe mich nie sattgegessen, Monsieur. Für Leute wie mich ist Kunst ein Luxus.

Damit hatt er mich erwischt. Er traf ins Schwarze meiner Schuldgefühle, denn ich hatte immer gut gegessen.
- Wie meinen Sie das, 'nie sattgegessen'?
- Das heißt, daß ich einen leeren Magen habe, sagt er und riß sein Hemd auf. Wie ein schlechter Schauspieler. Da war nicht zu sehen als ein Skelett mit gelblicher Haut darüber. Ich schämte mich in den Boden hinein und fragte unsicher:
- Sie sagen, daß Sie noch nie ein künstlerisches Erlebnis, noch nie eine Gänsehaut gehabt haben?
- Einmal.
- Erzählen Sie!
- Musik habe ich gehört. in Tlemcen. Da bin ich aufgewachsen.
- Also ein Konzert?
- Nein.
- Aber was?
- Ein Transistor. Auf dem Suk. Jeder Krämer hat einen Transistor um die Kunden anzulocken. Tausend Transistoren; stellen sie sich den Lärm vor!
- Aber Sie hören gerne Musik?
- Nein.
- Soeben haben Sie gesagt, daß Sie Musik gehört haben, die Ihnen Gänsehaut verursachte.
- Einmal, habe ich gesagt.
- Und? Was war das?
- Die neunte Symphonie von Beethoven.

Hossein lächelte herablassend. Kersabe putzte ärgerlich seine Fingernägel, und Dschaffar zündete sich eine Zigarette an. Genfud machte sich lustig über uns. Oder wollte uns imponieren. Ein Lumpenproletarier aus Tlemcen. Wollte sich interessant machen. Ein bekannter Trick. Die neunte Symphonie von Beethoven. Hatte ein Fremdwort aufgeschnappt und war es uns an den Kopf! meine algerischen Kollegen waren wütend. Und ich verwirrt. Möglicherweise sprach er die Wahrheit, und ich bohrte weiter, ob er sich an etwas erinnere aus dieser Symphonie.
- An alles, Monsieur. An jeden Ton. Und besonders an den letzten Satz. Den mit dem Chor.
- Was für ein Chor.
- Die Ode an die Freude. Wissen Sie nicht, was das ist?

Jetzt verschlug es uns den Atem. Das klang echt, aber wir wollten es noch immer nicht glauben. Ich fragte, worum es sich den handele, bei dieser Ode an die Freude.
- Um die Freude.
- Natürlich um die Freude - was weiter?
- Der Text ist von Schiller. Ich habe deutsch gelernt, um ihn zu verstehen.
- Deutsch haben Sie gelernt?
- Bei einem Fremdenlegionär, der nicht nach Deutschland zurück will. Ein Freund von mir. Arbeitet bei einem Metzger nebenan.
- Der geeignete Lehrer, murmelte ich vor mich hin.

Genfud spürte meine Ironie, schaute mich herausfordernd an und fragte, ob ich deutsch verstehe.
- Ein wenig, sate ich lächelnd, das ist meine Muttersprache.
- Dann will ich Ihnen etwas sagen in Ihrer Muttersprache.
- Bitteschön!
- Freude schöner Götterfunken
Tochter aus Elysium
wir betreten feuertrunken
himmlische, dein Heiligtum...." Quelle: André Kaminski: Die Gärten des Mulay Abdallah, dort: Der Sieg über die Schwerkraft; Frankfurt 1983; ISBN 3-518-37430-3

Freitag, 20.07.2007

Kaisermantel / emporer coat

Montag, 28.05.2007

Aufgelesen: über das Bauen des Kommunismus

?Nicht in Stein, sondern in den Menschen müssen wir den Kommunismus bauen, Viktor Wawilowitsch!? rief er berauscht. ?Das ist schwieriger und dauert länger! Selbst wenn morgen in Stein alles fertiggebaut ist, werden wir deswegen noch lange keinen Kommunismus haben!?

Quelle: Solschenizyn, Große Erzählungen: ?Zum Nutzen der Sache?; Fischer-Verlag 1984, S. 292/293

Samstag, 12.05.2007

Do not judge to quickly

Donnerstag, 10.05.2007

Tanz mit dem Hund: You are the one that I want

Dienstag, 01.05.2007

Unfallverhütung für Friseusen

Montag, 09.04.2007

Geschlechterkampf

Eine starke Frau auf einem starken Video bei Youtube! Sehr zu empfehlen! http://video.google.de/videoplay?docid=-6141965819488563956

Samstag, 31.03.2007

Kochrezept des Tages: Sauerkrautsuppe

Samstag, 24.03.2007

Aufgelesen: Käthe

Dein Gugelhupf von Jakobsmuscheln

verführt den gröbsten Kerl zum kuscheln,

die Zuckererbsencreme mit Hummer,

vertreibt den schlimmsten Liebeskummer,

und für die foie gras canard

ging jeder mit Dir zum Altar.

Beim Duft der Knoblauchfettucine

erklingt im Bauch die Mandoline,

das Morchel-Pfifferling-Gemüse

treibt Glück in jede Tränendrüse,

und Dein Bravourstück ersten Rangs

ist Fischauflauf aus der Provence.

Zum Punsch parfait mit heißer Birne

küsst mich ein Engel auf die Stirne,

und mit den Wunder-Plunderstücken

jagst du mir Schauer über`n Rücken!

Bei Apfelstrudel mit Vanille

beschlägt mir die Armani-Brille.

(Vielleicht ists aber auch die Würze

Der Kürze deiner Küchenschürze...)

Gelesen: im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover, 2005; Autor unbekannt

 

 

 

 

 

Sonntag, 18.03.2007

Aufgelesen: "Zwei Rätsel gibt es auf dieser Welt"

"Matrjona ließ ab, doch trat sie noch einmal herzu und schluchzte herzzereißender. Da kam aus einer Ecke eine uralte Frau hervor, legte Matrjona die Hand auf die Schulter und meinte streng:

 

'Zwei Rätsel gibt es auf der Welt: wie ich geboren werde- erinnere ich nicht, wie ich sterbe ? weiß ich auch nicht.'

 

Und sogleich verstummte Matrjonas, und es verstummten alle, bis es still war."

 

aus: Alexander Solschenizyn: Große Erzählungen, dort ?Matrjonas Hof?, S. 235; Fischer-Taschenbuchverlag 1984

Sonntag, 11.03.2007

Aufgelesen: über schöne Gesichter

?Offensichtlich wollte sie gern mit einem Stück aus alter Zeit abgebildet werden. Die rötliche, frostige Sonne übergoß das vereiste Fensterchen des nun verkürzten Flurs mit rosigem Licht, - und sein Widerschein ließ Matrjonas Gesicht erglühen. Jene Menschen haben immer ein schönes Gesicht, die im Einklang mit ihrem Gewissen leben."

aus: Alexander Solschenizyn: Große Erzählungen, dort ?Matrjonas Hof?; Fischer Taschenbuch Verlag 1984, S. 226/227

Samstag, 03.03.2007

Foto des Tages: die Tollkirsche

Mittwoch, 14.02.2007

Galgenmännchenspiel aus der Schulzeit

Galgenmännchen


Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Mit "Galgenmännchen" haben vermutlich auch Sie sich die Zeit vertrieben. Nun lässt ZEIT online diesen Klassiker wieder aufleben. Die Begriffe, die es zu raten gilt, bevor die Figur vollständig ist, stammen aus dem aktuellen Zeitgeschehen.
Ist doch ein Kinderspiel, oder?

gefunden auf der Webseite: http://apollo.zeit.de/maennchenspiel/

Dienstag, 13.02.2007

Aufgelesen: über das Kleben von Tapeten


"Die Bordüren, hoff ich, werden Ihnen gefallen, nur muß man acht haben, daß sie nicht falsch aufgeklebt werden; sie haben zweierlei Lichtseiten, um sie rechts und links gegen die Fenster wenden zu können, auch ist zu bemerken daß die Boukets fallen. Die Leute geben nicht immer acht auf diese Hauptpunkte, sie haben mir in meinem Hause eine solche Bordüre ganz falsch aufgeklebt, deswegen ich dieses zur Warnung melde. Ich will das Paket auch von hier frankieren und den Betrag zusammennotieren."

Johann Wolfgang von Goethe an Friedrich Schiller am 10.Februar 1796

Quelle: Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805, Goldmann Verlag München 2005.

Samstag, 03.02.2007

Aufgelesen: vierzig Jahre später von Theodor Fontane


"Ich hatte mich wie gewöhnlich bei ihm angemeldet, machte zunächst die reizende Fahrt bis Eberswalde per Bahn, dann die reizendere bis Freienwalde selbst in einem offenen Wagen und schritt nun auf einem von alten Weiden eigefaßten Damm auf Schiffmühle zu, dessen blanke rote Dächer ich gleich beim Heraustreten aus der Stadt vor Augen hatte. Der Weg war nicht weiter als eine gute halbe Stunde, Rapsfelder links und rechts, einzelne mit Stochnestern besetzte Gehöfte weit über die Niederung verstreut und, als Abschluß des Bildes, jene schon erwähnte, jenseits der alten Oder ansteigende Reihe von Sandbergen. Als ich bis in Nähe der Brücke war, war natürlich auch die Frage da: 'Wie wirst du den Alten finden?' Aber eh ich mir schon Antwort geben konnte, sah ich ihn auch schon. Er hatte von der Giebelstube seines Hauses her mein Herankommen beobachtet, und als ich eben meinen Fuß auf die vorderste Brückenbohle setzten wollte, stand er auch schon an der anderen Seite der Brücke, mit seiner linken Hand zu mir herüberwinkend....

...Jetzt hatten wir uns und gaben uns einen Kuß auf die linke Backe. Nun, das ist recht, daß du da bist. Was macht deine Frau? Und die Kinder?" Er wartete aber keine Antwort ab, denn solche Familienfragen, wenn es nicht gleich ans Sterben ging, interessierten ihn wenig, und so fuhr er dann fort: "Es ist das Leben eines Einsiedlers, das ich führe, ja man könnte schon von Anachoreten sprechen, die ich mir übrigens vielleicht mit Unrecht, als gesteigerte Einsiedler denke. Fremdwörter haben fast immer was Gesteigertes. Nun, wir reden noch davon. Ein Glück, daß du so gutes Wetter getroffen hast, das reine Hohenzollernwetter. Du schreibst ja auch so viel über die Hohenzollern und nimmst drum vielleich an ihrem Wetter teil; es lohnt sich alles. Ich für meine Person halte an Napoleon fest; er war das größere Genie. Weißt du denn, daß Prinz Wilhelm - ich meine den alten, das heißt den ganz alten, die Schwedter-Dragoner-Uniform trug, hellblau, mit schwarzem Kragen, und soll ein aufrichtig frommer Mann gewesen sein, denn auf die Aufrichtigkeit kommt es an-, weißt du denn, daß Prinz Wilhelm immer die Büste Napoleons vor Augen hatte? Noch dazu auf seinem Schreibtisch."

"Ja ich weiß es Papa; du hast mir öfter davon erzählt."

"Öfter davon erzählt", wiederholte er. "Ja, das wird wohl richtig sein. Ich lerne nichts mehr dazu, habe bloß immer noch die alten Geschichten, aber eigentlich sind das die besten. Entsinnst du dich noch? Lannes und Latour d'Auvergne und Michel Ney. Ja, mein Freund Michel Ney, der kommt mir jetzt wieder öfter in den Sinn, und ich seh ihn dann immer, wie sie ihn an die Gartenmauer stellten - in dem öden und einsamen Luxembourg-Garten, und war gerad ein klatschiges Dezemberwetter -, und wie dann der Offizier, der das Peloton kommandierte, noch einmal das das Kriegsgerichtsurteil vorlesen wollte mit all den Prinzen- und Herzogstiteln, wie da mein Freund Ney abwehrte und unterbrach und mit seiner tiefen Stimme sagte: 'Pourquoi tous ces titres?... Michel Ney... rien de plus... et bientôt un peu de poudre.' Und dann fielen die Schüsse. Ja, 'bald bloß noch ein bißchen Staub'. Eigentlich paßt es auf jeden und zu jeder Stunde. Und wenn man nun gar einundsiebzig is..."

"Ach Papa, daran mußt du nicht denken."

"Ich mag auch nicht, der Tod ist etwas Gruseliges..."

Quelle: Theodor Fontane: "Meine Kinderjahre", aus dem 16. Kapitel; Deutscher Taschenbuch-Verlag München 1971

Sonntag, 28.01.2007

Aufgelesen: über das Zerbomben

?Das Zerbomben bringt auch ein Dummkopf fertig. Das Zerbombte zu sichten, ist weitaus schwieriger.?

Quelle: Alexander Solschenizyn in "Große Erzählungen -  Zwischenfall auf dem Bahnhof Kretschetowka", Fischer-Verlag Frankfurt 1984, S. 154)

Samstag, 27.01.2007

Das Bundesamt für Verfassungsschutz singt für Köln




Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=I-_Lkkssv5A

Dienstag, 23.01.2007

Warnung für alle Blogger

Sonntag, 14.01.2007

Zitat des Tages über den Fisch

?Die Form des Fisches ist das perfekte Beispiel für Bewegung? ? ?The shape of a fish is a perfect example of motion.? (Frank O. Gehry)

In Erinnerung an einen Besuch bei Axica - Potsdamer Platz 3 in Berlin.

Fotos von diesem "Fisch-Gebäude": http://www.axica.com/de/facilities/

Informationen zum Architekten Frank Owen Gehry:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gehry

Samstag, 13.01.2007

Zitat des Tages über die Liebe

"Die Liebe muß ein mit Freiheit geschlossener, mit Freiheit aufrecht erhaltener Freudenbund der Herzen sein!"

Quelle: Roman ?Aspasia? von Robert Hamerling gelesen im Projekt Gutenberg http://www.gaga.net/pgdp/default.php

Sonntag, 07.01.2007

Zitat des Tages über die Freundschaft

 

Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.

Ralph Waldo Emerson

Freitag, 05.01.2007

Das neue Rathaus in Hannover

Donnerstag, 04.01.2007

Wissenstraining

Samstag, 23.12.2006

Rup Cyberknecht

Rup Cyberknecht

(Dieses lustige Weihnachtsgedicht wurde mir zugespielt.)

(sehr frei nach Theodor Storm)

Von drauß', vom Web da komm ich her;
ich muss euch sagen, es browst gar sehr!
Allüberall auf den Übertragungsspitzen
sah ich goldene Buttons sitzen;
und droben aus dem MS-Tor
sah mit großen Augen Bill Gates hervor.

Und wie ich so scroll mit 'ner neuen TAN,
da callte's mich mit heller Stimme an:
"Rup Cyberknecht", callte es, "alter Gesell,
hebe die SIMMs und boote dich schnell!

Die Chips fangen zu brennen an,
das Interface ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Surfens einmal ruhn.

Und morgen link ich mich herab zur Erden,
denn es soll wieder eXmas werden!"
Ich sprach: "O lieber Herr der List,
meine Sitzung fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diesen Chat,
wo's eitel gute Connections hat."

"Hast denn das Update auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Update, das ist hier;
denn Utils, Extensions und HTML,
fressen die neuen Controller schnell."
"Hast denn die Router auch bei dir?"

Ich sprach: "Die Router, die sind hier
Doch für die Hacker nur, die schlechten,
die treffen sie auf den Port, den rechten."
Bill Gates sprach: "So ist es recht;
so geh mit DOS, mein treuer Knecht!"

Quelle:

http://www.themenmix.de/witziges/witzige-xmas-weihnachten-im-internet.html

Aufgelesen: Wolfgang Schäuble zur Rente


"Ein weiterer Anstieg des Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus ist nach Einschätzung von Bundesinnenminister Wolfang Schäuble unausweichlich. 'Das ist nicht das Ende der Entwicklung, um es offen und klar zu sagen', schrieb der CDU-Politiker in einem Beitrag für das Magazin 'Cicero'. 'Wenn man die Systematik des Generationenvertrages erhalten will, dann muss die Lebensarbeit länger werden.' Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit sei zudem 'wahrscheinlich das wirksamste Vorsorgeprogramm gegen die Verbreitung von Demenz', erklärte Schäube.

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 19.12.2006, S. 2 www.haz.de

Sonntag, 17.12.2006

Aufgelesen: vierzig Jahre später


"Wie der Leser schon aus der Kapitelüberschrift entnehmen wird, habe ich vor, in dem unmittelbar Nachstehenden mich weit jenseits der hier zu schildernden Swinemünder Tage niederzulassen, welches Vorhaben mit dem Wunsche zusammenhängt, das Charakterbild meines Vaters nach Möglichkeit zu vervollständigen, will sagen, nach oben hin abzurunden. Denn wie er ganz zuletzt war, so war er eigentlich.

In dem bis hierher dem Leser vorgeführten und zugleich den eigentlichen Inhalt des Buches ausmachenden Zeitabschnitte, nach dem ich denn auch das Ganze "Meine Kinderjahre" betitelt habe, war mein Vater noch sehr jung, wenig über dreißig, und stand im Leben und in Irrtümern; in seinen alten Tagen aber - und um eben deshalb greif ich hier in einem Exkurse so weit vor - waren des Lebens Irrtümer von ihm abgefallen, und je bescheidener sich im Laufe der Jahre seine Verhältnisse gestaltet hatten, desto gütiger und persönlich anspruchsloser war er geworden, immer bereit, aus seiner eigenen bedrückten Lage heraus noch nach Möglichkeit zu helfen. In Klagen sich zu ergehen, fiel ihm nicht ein, noch weniger im Anklagen (höchstens mal gegen sich selbst), und dem Leben abgewandt, seinen Tod ruhig abwartend, verbrachte er seine letzten Tage comme philosophe...."

Quelle: Theodor Fantane: "Meine Kinderjahre", Beginn des 16. Kapitels; Deutscher Taschenbuch-Verlag München 1971

Freitag, 08.12.2006

Aufgelesen: wohin verschwindet der alte Mond?

...Schuchow freut sich, daß alles glatt gegangen ist. Er versetzt dem Käpt'n eine Stoß in die Hüften und klopft auf dem Busch:

"Käpt'n, wie ist das mit eurem Wissen? Wohin verschwindet denn der alte Mond?"

"Wieso, wohin? Einfaltspinsel! Man sieht ihn einfach nicht."

Schuchow schüttelt den Kopf, lacht:

"Und wenn man ihn nicht sieht, woher weiß er dann, daß er da ist?"

"Glaubst Du wirklich", wundert sich der Käpt'n, daß jeden Monat ein neuer Mond entsteht?"

"Was ist daran so sonderbar: Werden denn nicht jeden Tag neue Menschen geboren? Die Monde könnten doch auch alle vier Wochen neu entstehen."

"Tfu!" spuckt der Käpt'n aus. "Ich bin noch keinem Matrosen begegnet, der so dumm gewesen wäre wie du. Wohin soll der alte Mond denn gehen?"

"Das frage ich dich ja gerade, wohin?" Schuchow bleckte die Zähne.

"Nun, wohin?"

Schuchow seufzt und lispelt beinahe: "Bei uns hieß es: Den alten Mond zerbröckelt der Herrgott zu Sternen!"

"Hinterwäldler!" Der Kapitän lacht. "So etwas habe ich noch nie gehört! Du glaubst also an Gott, Schuchow?"

"Was ist dabei?" fragt verwundert Schuchow. Wenn er losdonnert - dann versuche mal, nicht an ihn zu glauben!"

"Und warum tut das der Herrgott?"

"Was?"

"Den Mond zu Sternen zerbröckeln. Warum?"

"Was gibt's da nicht zu verstehen?" Schuchow zuckt die Achseln. "Die Sterne fallen von Zeit zu Zeit runter, die muß man wieder ersetzen....

Quelle: Alexander Solschenizyn: Große Erzählungen. hier aus der Erzählung "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch". Fischer Taschenbuch-Verlag 1984.

Donnerstag, 30.11.2006

Zitat des Tages zur Verantwortung für sich selbst

"Von einem bestimmten Alter an ist jeder Mensch für sein Gesicht verantwortlich."

 

Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger 1957

Sonntag, 19.11.2006

Zitat des Tages über Leitung und Verantwortung

"Wer seiner Führungsrolle gerecht werden will, muß genug Vernunft besitzen, um die Aufgaben den richtigen Leuten zu übertragen, und genügend Selbstdisziplin, um ihnen nicht ins Handwerk zu pfuschen."

 

Theodore Roosevelt (1858-1919), 26. US-amerikanischer Präsident 1901-1909

Samstag, 18.11.2006

Zitat des Tages über das Bier


Ich sitze hier und trinke mein gutes Wittenbergisch Bier und das Reich Gottes kommt von ganz alleine.

Martin Luther

Freitag, 17.11.2006

Zitat des Tages über Denkmäler

Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen.

Albert Schweitzer

Montag, 13.11.2006

Zitat des Tages über das Leben

"Man muß sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man zur Verfügung hat."

 

Theodor Storm (1817-1888), deutscher Lyriker und Erzähler

Sonntag, 12.11.2006

Zitat des Tages über die Ruhe

Nur wer selber ruhig bleibt, kann zur Ruhestätte all dessen werden, was Ruhe sucht.

von Lao-tse

Freitag, 10.11.2006

Aufgelesen: Grillparzer

Grillparzer: Sämtliche Werke Band 14:

...Man hat zwar schon den Namen Universität, universitas

scientiarum, urgiert und daraus gefolgert, daß

alles Wissenswürdige auf diesen Anstalten gelehrt werden

müsse. Das war auch der Sinn und die Absicht bei Gründung

der Universitäten in der letzten Hälfte des Mittelalters.

Da es in jener Zeit außer den Klassikern und den

theologischen Scholastikern keine Bücher gab, und auch diese

nur in seltenen und kostbaren Exemplaren, so war das

Vehikel der Bildung allerdings auf die Lehrstühle und den

mündlichen Vortrag beschränkt. Gegenwärtig aber, wo die

Litteratur als eine zweite Sündflut die Welt überschwemmt

und man ein Wunder von Gelehrsamkeit sein kann, ohne

je eine Universität besucht zu haben, stellt sich das Verhältnis

ganz anders heraus. Das Wissen um des Wissens

willen wird in praktisch vernünftigen Ländern der Buchdruckerpresse und dem Privatfleiße überlassen, und die

Staatsanstalten beschränken sich auf den Unterricht als

Vollendung der Erziehung und als Bildung für praktische

Zwecke.

 

Im Gegensatz mit dieser in allen Ländern Europas

geltenden Ansicht wurden nun in Deutschland die Universitäten

auf die Gelehrsamkeit, auf die Befriedigung der Wißbegierde,

um nicht zu sagen: wissenschaftlichen Neugierde,

basiert. Mit dem Schimpfnamen der Brotstudien bezeichnet,

traten die praktischen Fächer in den Hintergrund, und Lern-

und Lehrfreiheit ward das Feldgeschrei der Schule. Was

nun die Lernfreiheit betrifft, so »ist dafür gesorgt, daß die

Bäume nicht in den Himmel wachsen«. Die Staatsanstalten

fordern bei der Aufnahme eines Kandidaten strenge Fachprüfungen, und wer da seine Lernfreiheit nicht auf das

zu Lernende gerichtet hat, fällt durch. Viel schreiender aber

ist der Unsinn der Lehrfreiheit. Der Schriftsteller, der für

die gelehrte Welt, auf jeden Fall für Männer schreibt, ist

Preßgesetzen unterworfen, die seine Richtung kontrollieren

und die schädliche bestrafen; der Professor aber, der die unerfahrne und widerstandslose Jugend vor sich hat, soll, verstärkt

durch das Gewicht der Autorität und der Persönlichkeit,

jede Verkehrtheit und jeden Unsinn in die empfänglichen

Gemüter schleudern können. Auf welche Art die Lehrfreiheit

zu beschränken sei, gehört nicht hierher -- auf keinen

Fall durch die Polizei -- daß sie aber in ihrer ganzen

Ausdehnung nicht bestehen könne, leuchtet ein.

(1844.)

 

Man spricht so viel von der Lehrfreiheit, als ob ihr

Palladium darin bestände, daß jeder Professor von der

Kanzel das verrückteste Zeug vortragen dürfe. Der Professor

kann aber auf zweierlei Art lehren: durch Bücher für

die gelehrte Welt und durch den Vortrag für die Schüler.

Die Freiheit der Lehre in Schrift und Büchern soll und

muß unbeschränkt sein. Die Freiheit aber von der Kanzel,

durch die Autorität des Lehrers unterstützt, jungen widerstandslosen Gemütern destruktives und albernes Zeug in

den Kopf zu setzen, kann und soll überwacht werden. Hier

ist von keinem Zwang die Rede; denn es wird niemand

gezwungen, Professor zu werden....

 

gelesen im Projekt Gutenberg: http://www.gaga.net/pgdp/default.php

Dienstag, 07.11.2006

Willma will ma poppen

Sonntag, 05.11.2006

Aufgelesen: Theodor Fontane über die Erziehung

Über die Wirtschaftsmamsell Schrödter, die an der Erziehung der Kinder im Haus Fontane beteiligt war, schreibt Theodor Fontane in seinen Roman "Meine Kinderjahre":

...Ja, sie war ein Schatz im Hause, noch mehr aber ein Segen für uns Kinder, ganz besonders für mich. Unsere Erziehung seitens der Eltern ging sprungweise vor, war da und dann wieder nicht da, von Kontinuität keine Rede. Für diese Kontinuität sorgte aber die Schrödter. Sie hatte keine Lieblinge, ließ sich kein X für ein U machen und verstand es, jeden an der rechten Stelle zu fassen. Was mich anging, so wußte sie, daß ich gut geartet, aber empfindlich, eitel und von einer gewissen Großmannssucht beherrscht war. Das alles wollte sie niederhalten, und so hörte ich denn zahllose Male: "Ja, du denkst wunder wer du bist, aber du bist ein kindischer Junge, geradeso wie die anderen und mitunter noch ein bißchen schlimmer. Willst immer den jungen Herrn spielen, aber junge Herren lecken keinen Honig vom Teller und streiten es wenigstens nicht ab, wenn sie's getan haben, und lögen überhaupt nicht. Neulich hast du was von Ehre geschnackt, nun, ich sage dir, Ehre sieht anders aus." Sie hielt auf Wahrheit, behandelte Großsprechereien mit feinem Spott und war sparsam mit ihrem Lob. Aber wenn sie lobte, das wirkte. Sie hat mir viel gute Dienste geleistet, und erst spät im Leben, als ich schon über fünfzig war, bin ich noch einmal einer alten Dame begegnet, die gleich erziehlich auf mich eingewirkt hat. Denn man hört nie auf, erziehungsbedürftig zu sein; ich gehe noch jetzt in die Schule und lerne von Leuten, die meine Enkel sein könnten...

Samstag, 04.11.2006

Suchsoftware für den eigenen PC: Copernic

Ein geniales Suchprogramm, um endlich mal auf dem PC in der Flut der eMails und Dateien und auch im Internet etwas wiederzufinden, ist die Freeware Copernic Desktop Search 2.01:

http://www.copernic.com/ 

Dienstag, 31.10.2006

Das Übersetzungsprogramm LEO...

...ist umgezogen. Die neue Adresse für dieses Übersetzungsprogramm lautet:

http://dict.leo.org

Montag, 30.10.2006

Gesehen&Gehört: "Der Hund geht an der Leine"

Der Hund geht an der Leine,
und hat gar keine Beine.
Darum ist der Hund
untenrum ganz wund.



Gedicht von Götz Alsmann in der Sendung "Zimmerfrei" http://www.wdr.de/tv/zimmer.frei/ des WRD am 15.Oktober 2006, 23:00 Uhr

Sonntag, 29.10.2006

Aufgelesen: Kopulierende Fliegen

In letzter Zeit stören mich die Fliegen, irgendwie habe ich den Eindruck, sie entwickeln sich in diesem Herbst zu einer Plage.

Und es scheint mir nicht alleine so zu gehen. Lesen Sie bitte den Beitrag Kopulierende Fliegen:

http://www.stern.de/computer-technik/computer/scheibe/573912.html

von Carsten Scheibe.

Viel Spaß beim Lesen!

Samstag, 28.10.2006

Aufgelesen: "Klaus Wowereit, der König der Unterschicht"

Unterschicht - Schicht mit Macht (von Matthias Koch)

Aus dem Leitartikel der HAZ von heute morgen einige geniale Stellen zitiert:

"...Die gute alte Unterschicht in Deutschland war kein ernsthaftes Problem. Denn sie hat noch immer klar zu erkennen gegeben, was der SPD-Chef Kurt Beck bei der heutigen Unterschicht vermisst: den 'Aufstiegswillen'.

Der Aufstiegswille war etwas Selbstverständliches. Er gehörte über Jahrzehnte zu einer in Deutschland herrschenden gesellschaftlichen Leitkultur, die mit Bildung zu tun hatte und mit Anstand und nicht zuletzt mit dem Bewusstsein, dass vor der Belohnung die Anstrengung steht...

...auch die Ärmeren kauften Bücher, gingen in die Volkshochschulen, traten Bildungsreisen an. Die Kinder dieser Beflissenen fand man später an Gymnasien und Hochschulen wieder - egal wie arm die Eltern waren. Sie hatten ihren Kindern etwas mitgegeben, was mehr wert war als ein großes materielles Erbe: Zutrauen zu sich selbst, eine zupackende Grundhaltung, auch die Gewöhnung an lebenslanges Lernen.

Heute indessen gibt eine wachsende Zahl von Familien in Deutschland von Generation zu Generation eine ganz andere Botschaft weiter: Arbeit lohnt sich nicht...

..."Ich werd' Hartz IV, das reicht mir", lautet eine unter Berliner Schülern verbreitete Parole. Und in der Tat: Regelleistungen, Mietzuschüsse, Heizkostenbeihilfen und Kindergeld addieren sich oft in einer Weise, dass noch genug übrig bleibt für Karlsquell Pils, DVDs und Ballerspiele....

...Am Ende muss es zu einer Konfrontation kommen. Wer als Leistungsfähiger, etwa als Schüler oder junger Arbeitsloser, einen dezidierten Leistungsunwillen zeigt, miss in ernsterer Weise als bisher mit den Konsequenzen vertraut gemacht werden...

...und irgendwann stellt sich - one man, one vote - die Frage nach der in Wahrheit herrschenden Schicht....

...Klaus Wowereit, laut 'Spiegel' der 'König der Unterschicht', nimmt drauf Rücksicht - und flüchtet sich mit seinem rot-roten Bündnis wider alle Vernunft und gegen die Gebote der Verfassung in noch mehr Schulden...Nirgendwo sonst lässt sich die Macht der drängenden, der fordernden neuen Unterschicht so eindrucksvoll besichtigen wie in Deutschlands Hauptstadt.

Quelle: Leitartikel der HAZ (www.haz.de) vom 28.10.2006

Freitag, 27.10.2006

Foto des Tages: Doppelhelix des Lebens

Quelle: http://www.flickr.com/photos/37925259@N00/280681202/

Lange vor unserer Zeitrechnung wurde die Einzelspirale als Symbol des Lebens verehrt.
Die neue Form, von Hugo Kükelhaus, einem Handwerker-Philosophen, als Doppelspirale erdacht, erinnert an die DNA-Spirale unserer Erbanlagen, diese ist aber gegenläufig.
Die Einheit der Gegensätze wird demonstriert, sie hat keinen Anfang oder Ende. Sie symbolisiert das Leben, das leibliche Vergehen, aber auch die Wiederauferstehung oder die Wiedergeburt.
Hier im Ortsmittelpunkt steht sie für uns alle.
Lassen Sie sich Zeit, den Weg der Spiralverbindungen zu verfolgen. Ruhe wird trotz des Verkehrs an dieser Stelle bei Ihnen einkehren. Die harmonische Umkehr der Windungen lässt den ewigen Kreislauf erkennen. In einer Bewegung finden Auf- und Abstieg statt, die Einheit der Gegensätze, obwohl sich jeder Punkt der Spirale nur in einer Ebene bewegt.
Das Wennigser Zeichen an der Spitze der Spirale zeigt ein weiteres Phänomen. Durch die kreuzweise Durchdringung des Zeichens entsteht durch die Dehnung eine Pulsation, die Atmung und Herzschlag zeigt. Die Ellipsenform wechselt sich gegen den Himmel mit der vollen Kreisscheibe ab. Wenn Sie sich mit dem Rücken zur Sonne stellen und die Scheibe betrachten, sendet das Zeichenkreuz Lichtblitze aus, die der vierfachen Umdrehungszahl der Spirale entsprechen, die selbst auf dem Boden sichtbar sind. Es gibt kein technisches Bauwerk, das soviel Sinn und Bedeutung in sich vereinigt.
Nach der Betrachtung der Helix, die aus 10 - 20 m Abstand die beste Ansicht bietet, lohnt es sich, den Sockel näher zu betrachten. So, wie die Helix, ist auch die runde Sockelplatte aus rostfreiem Stahl hergestellt, der eine lange Lebensdauer verspricht. In der Mitte der Platte ragt die Achse der Spirale aus dem Fundament, in dem sich auch der Antrieb befindet. Der Mittelpunkt der Achse stellt den Pol der von hieraus betrachteten Erde dar. Zur Orientierung sind 48 Pfeile mit 4 Namen angebracht, die im Abstand von 7,5° die neue Meridiane bilden.
Im Innenbereich der Pfeile ist eine Gravurfeldscheibe angebracht. Hier sind die Namen derer zu lesen, die durch ihre Spende unserer Gemeinde zu diesem Objekt verholfen haben.
Der Erbauer der Spirale: Erich Pollähne

Quelle dieser Beschreibung: http://www.wennigsen.de/gemwen/index.php?id=129

Mittwoch, 25.10.2006

Zitat des Tages zum Vergessen

Vergessen ist Gefahr und Gnade zugleich.

Theodor Heuss 

 

Dienstag, 24.10.2006

Zitat des Tages über den Anfang

"Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen."

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter und Staatsmann

Montag, 23.10.2006

Zitat des Tages über die Freiheit

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit; das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.

George Bernard Shaw

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/George_Bernard_Shaw

Sonntag, 22.10.2006

Aufgelesen: Deutschland und das Glück

Schiller schreibt an Goethe am 15.Mai 1795 aus Jena:

... Ich sprach noch kürzlich mit Humboldt darüber; es ist jetzt platterdings unmöglich mit irgendeiner Schrift, sie mag noch so gut oder noch so schlecht sein, in Deutschland ein allgemeines Glück zu machen. Das Publikum hat nicht mehr die Einheit des Kinder-Geschmacks, und noch weniger die einheit der vollendeten Bildung. Es ist in der Mitte zwischen beiden, und das ist für die Autoren eine herrliche Zeit, aber für solche, die nicht bloß Geld verdienen wollen, desto schlechter. Ich bin jetzt neugierig zu hören, wie von Ihrem Meister wird geurteilt werden, was nämlich die öffentlichen Sprecher sagen, denn daß das Publikum darüber geteilt ist, versteht sich von selbst....

Quelle: Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805, Goldmann-Verlag 2005, München

Samstag, 21.10.2006

Aufgelesen: Erotische literarische Anregungen zur Selbstbefriedigung

...Dem begegnete der Geck und Herr Diogenes der Cyniker auf schäkernde, doch dabei unflätige Weise, als er wünschte, er könnte seinen Hunger bekämpfen, indem er sich den Bauch reibe, genau wie er seine Liebeswut befriedige, indem er seine Rute reibe. Ich hätte das gern in feineren Worten hergesetzt, man muß aber nur leicht darüber hinlesen; ähnlich machte es jener Liebhaber der Lamia; er hatte allzu maßlos von ihr den Genuß ihrer Liebe gefordert, aber sie konnte oder wollte ihn nicht erhören; daher machte er's so, er dachte an sie, befleckte sich und befriedigte seine Begierde in seiner Einbildung. Als sie das erfuhr, ließ sie ihn vor den Richter laden, er solle ihr Genugtuung leisten und sie bezahlen; der bestimmte, daß sie mit dem Klang des Silbers, das er ihr zeigen sollte, bezahlt wäre, und daß sie darin ihre Begierde ebenso zu befriedigen habe, wie der andre in Traum und Phantasie es mit der seinigen getan hätte.

 

Quelle: "Das Leben der galanten Damen" von Brantome; gefunden in: http://www.gaga.net/pgdp/default.php

Freitag, 20.10.2006

Aufgelesen: Meine Kinderjahre von Theodor Fontane

...Das halbe Jahr bis zur Übernahme des neuen Geschäfts verging langsam, aber es verging. Etwa Ende Mai begann das Verpacken und Aufladen unseres inzwischen durch den Tod des Großvaters vermehrten Mobiliarvermögens, und als vier Wochen später die Nachricht kam, daß alles glücklich in der neuen Heimat angelangt sei, brachen wir am Johannestage 1827 auf, um selber die Reise dorthin zu machen. Meine Mutter war nicht mit dabei, sie hatte sich Mitte Juni nach Berlin begeben, um sich daselbst einer Nervenkur bei dem damals berühmtesten Arzte, dem Geheimrate Horn, zu unterziehn. Horn empfahl ihr das, was noch heute empfohlen wird. "Verpflegen Sie sich gut, meine verehrte Frau" (man sagte damals in bürgerlichen Kreisen noch nicht "meine gnädige Frau), "und suchen Sie sich unangenehmen Eindrücken nach Möglichkeit zu entziehn." Und gerade so wie jetzt, dieser ärztliche Rat half auch, solange es möglich war, ihm nachzukommen. In Berlin, unter den dort lebenden Freundinnen aus der Lionnetschen Pension, hatte sich das tun lassen; als meine Mutter etliche Wochen später in Swinemünde eintraf und vieles anders fand, als sie wünschte, war es mit "Vermeidung unangenehmer Eindrücke" vorbei, und die Nervenzustände stellten sich wieder ein....

Quelle: http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/2005/fontane_kinder/

Donnerstag, 19.10.2006

Zitat des Tages über junge Frauen

"Zu jungen Frauen sage ich jetzt immer: Wenn ich Sie letzte Woche getroffen hätte, da wär' was los gewesen! Heute bin ich leider schon zu alt."

(Marcello Mastroianni)

Mehr zu Marcello Mastroianni: http://de.wikipedia.org/wiki/Marcello_Mastroianni

Mittwoch, 18.10.2006

Zitat des Tages über das Schenken

Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit.

Antoine de Saint-Exupéry

Details zu Antoine de Saint-Exupery: http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_de_Saint-Exupery

Montag, 16.10.2006

Aufgelesen: Ethik ohne Gott


...Tatsächlich erschließt sich das Gewicht der Ethik sehr viel besser, wenn man sie als das Ergebnis eines historischen Prozesses betrachtet. Demnach wären wir in eine bestimmte ethische Praxis sozialisiert; und das eröffnet sowohl die Chance, das ethische Projekt weiterzuentwickeln, als auch, dessen Beschränkungen zu erkennen. Stellt jemand die Gültigkeit einer ethischen Maxime infrage, kann man diesen Einwand ernst nehmen als einen Aufruf zum Dialog, der im Hinblick auf seine Konsequenzen kritisch zu prüfen wäre. Solche Zweifel gehören zum fortgesetzten ethischen Projekt. Verwirft ein Skeptiker dieses Projekt jedoch insgesamt, bleibt uns als konkrete Alternative nur die beschränkte und konfliktreiche Welt der Schimpansen. Diese Art von Skeptizismus können wir nur als Ablehnung eineserkennbaren menschlichen Lebens betrachten.

Wir haben von unseren Ahnen eine komplexe ethische Praxis geerbt, die wir für bindend erachten, solange wir sie nicht verbessern können. zu verstehen, woher wir kommen, kann uns helfen, voranzuschreiten, Erkenntnisse zu gewinnen, die sich auf alle uns beschäftigenden Fragen auswirken, und vor allen können wir unsere Fähigkeit zur Einfühlung erweitern. Denn mit diesem Vermögen zur Einfühlung begann das ethische Projekt, das unsere Ahnen erst zu Menschen machte.

Quelle: Die Zeit http://www.zeit.de 38/2006, S. 43

Sonntag, 15.10.2006

Aufgelesen: von der AuslegungsSucht


... Ich glaubte aus einigen Zügen, besonders aus einer größern Umständlichkeit der Erzählung am Anfange schließen zu können, daß Sie die Absicht haben, die Vermutung bei dem Leser zu erwecken, daß etwas wirklich vorgefallenes im Spiele sei. Da Sie im Verlauf der Erzählungen ohnehin mit der AuslegungsSucht oft ihr Spiel treiben werden, so wäre es wenigstens nicht übel, gleich damit anzufangen, und das Vehikel selbst in dieser Rücksicht problematisch zu machen. Sie werden mir meine eigene AuslegungsSucht zu Gute halten....

Brief von Friedrich Schiller an Johann Wolfgang von Goethe am 29. November 1794

Quelle: Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805, Goldmann-Verlag München 2005

Samstag, 14.10.2006

Zeitzeugnis: Kundendiensthölle über den Tod hinaus

Von einem extremen Beispiel des "Hauotline-Terrors" berichtete vor einiger Zeit die Zeitschrift "Stern" - und ich finde es ist aufbewahrenswert, weil sehr kennzeichnend für unsere gegenwärtige Zeit:

http://www.stern.de/computer-technik/internet/567181.html?nv=nl_hp_rt

Freitag, 13.10.2006

Spürst Du die Lust?


Ein erotisches Video - schreibt mir gerne Eure Erfahrungen!

Donnerstag, 12.10.2006

Foto des Tages: Denkmal der ermordeten Juden in Hannover

Mittwoch, 11.10.2006

Zeitzeugnis: Wie ein Airbus A340 zusammengebaut wird


Dienstag, 10.10.2006

Zeitzeugnis: Die Rede Benedikts XVI. zum Islam im September 2006

Montag, 25.09.2006

Du hast mich genannt einen Vogelsteller

1840.

 

Du hast genannt mich einen Vogelsteller: --

Als ob du selber keine Garne zogst!

O Gott, in deine Garne flog ich schneller

Und blinder ja, als du in meine flogst!

 

Sprich, hab' ich dich -- sprich, hast du mich, gefangen?

Du weißt es selbst nicht, du mein herz'ges Kind!

Wer kann denn sagen, wie es zugegangen,

Daß wir uns haben, daß wir eins nun sind?

 

Doch wie du willst! Laß mich dein Auge küssen;

Du bist nun mein, und bleibst mir ewig nah!

Hat rauh mein Garn die Flügel dir zerrissen?

O, sei nicht bös -- es fiel aus Liebe ja!

 

Und Liebe trägt dich, Liebe wird dich tragen,

Und wird dich schirmen jetzt und für und für!

Drum laß dein Flattern, laß dein Flügelschlagen;

Sei du mein Vöglein, und vertraue mir!

 

Sei mir die Taube, die mit freud'gem Fliegen

Auf meinen Ruf um meine Stirne schwirrt;

Auf meiner Achsel will sie gern sich wiegen: --

Das ist der Ort, wo sie am liebsten girrt.

 

Sei mir die Lerche, die auf Glanzgefieder

Für ihren Pflüger sich zur Sonne schwingt;

Die von des Himmels goldner Schwelle nieder

In meine Seele sel'ge Lieder singt!

 

Und tief im Tale, wo die Linden rauschen,

Da sei vor allem meine Nachtigall!

Da laß mich zitternd deiner Stimme lauschen

Und deines Schlages wunderbarem Schall!

 

Das ist ein himmlisch, ist ein selig Schmettern;

Das ist die Lieb' in ihrer Qual und Lust!

O, ström' es aus, umrauscht von grünen Blättern,

Das Sehnen deiner Nachtigallenbrust!

 

Da, schon erklingt's.! -- Herschwirrst du aus dem Laube,

Umflatterst furchtlos meine Hüttentür!

Hörst nur auf mich, bist meine fromme Taube,

Bist Nachtigall und treue Lerche mir!

 

Entfliehst mir nimmer! -- süßer stets und heller

Weht mir dein Flügel, tönt mir dein Gesang!

Die Garne ruhn: -- glücksel'ger Vogelsteller,

Das war dein letzter, war dein bester Fang!

Quelle:

Freiligrath, Ferdinand: Werke Band 1-3

gefunden: http://www.gaga.net/pgdp/default.php