Samstag, 02.08.2008
Zitat des Tages zum Weg
"Ich bin bereit überall hinzugehen, vorausgesetzt, der Weg führt vorwärts."
David Livingstone (1813-1873), britischer Missionar und Forschungsreisender
Sonntag, 22.06.2008
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Samstag, 07.06.2008
Zitat des Tages über die Ehe
Eine glückliche Ehe ist eine, in der sie ein bisschen blind und er ein bisschen taub ist.
Loriot (*1923), eigentlich Vicco von Bülow, deutscher satirischer Zeichner
Samstag, 31.05.2008
Zitat des Tages über Belohnung und Strafe
Durch Belohnung oder Strafe kann man Menschen zwingen, zu erklären oder zu beschwören, daß sie glauben, und zu handeln, als ob sie glaubten: Mehr kann man nicht erreichen.
Sonntag, 02.03.2008
Zitat des Tages über die Philosophie
Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.
Freitag, 29.02.2008
Zitat des Tages über das Ziel
"Nachdem wir das Ziel aus den Augen verloren haben
verdoppeln wir unsere Anstrengungen" (Mark Twain)
Sonntag, 03.02.2008
Zitag des Tages über das Genie
Ihre Entstehung verdanken die Meisterwerke dem Genie, ihre Vollendung dem Fleiss.
Sonntag, 27.01.2008
Zitat des Tages über Gott und die Welt
Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.
Dienstag, 22.01.2008
Zitat des Tages über Freunde
Es sind die Freunde, die man um 4 Uhr morgens anrufen kann, welche von Bedeutung sind.
Samstag, 05.01.2008
Zitat des Tages über die Kleinigkeiten
"Ich fühle, daß Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen."
Charles Dickens (1812-1870), englischer Schriftsteller
Samstag, 29.12.2007
Zitat des Tages zum "Zeit haben"
Die Kunst, Zeit zu haben, ist auch die Kunst, sich die Leute vom Leibe zu halten, die uns die Zeit stehlen.
Donnerstag, 27.12.2007
Zitat des Tages über den Tod
"Oft denke ich an den Tod, den herben, und wie am End' ich's ausmach?! Ganz sanft im Schlafe möcht' ich sterben und tot sein, wenn ich aufwach!"
Carl Spitzweg (1808-1885), deutscher Maler
Mittwoch, 26.12.2007
Zitat des Tages über das Leben
Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben.
Montag, 24.12.2007
Zitat über das Hinfallen
"Es ist keine Schande hinzufallen, aber es ist eine Schande, einfach liegenzubleiben."
Theodor Heuss (1884-1963), deutscher liberaler Politiker und Publizist, Bundespräsident 1949-59
Sonntag, 23.12.2007
Aufgelesen: über den "Deutschen"
"Der Erzähler jener Neuigkeit war ein Schneidergesell, ein niedlicher kleiner junger Mensch, so dünn, dass die Sterne durchschimmern konnten, wie durch Ossians Nebelgeister, und im ganzen eine volkstümlich barocke Mischung von Laune und Wehmut. Dieses äußerte sich besonders in der drollig rührenden Weise, womit er das wunderbare Volkslied sang: 'Ein Käfer auf dem Zaune saß; summ, summ!' Das schön bei uns Deutschen; keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht. Nur ein Deutscher kann jenes Lied nachempfinden und sich dabei totlachen und totweinen. [Der Schneider sang noch viele andere Volkslieder, in welchen lauter 'schwarzbraune Augen' leuchteten, und also den süddeutschen Ursprung verrieten. Ich kenne nur ein einziges Volkslied, worin sich norddeutsche 'blaue Augen' befinden, und dieses (es steht im 'Wunderhorn') scheint mir nicht einmal echt. Ist aber Süddeutschland die Heimat des Volksliedes, so ist Norddeutschland die Heimat des Volksmärchens, einer ebenso schönen Blume, die ich auf dieser Reise antreffe. Die Lyrik gehört dem Süden, die Epik dem Norden. Beiden gehört Goethe. -]"
Quelle: Heinrich Heine: Harzreise; Reclam-Verlag Stuttgart, 2003
Samstag, 22.12.2007
Zitat des Tages über die Jugend
Die Jugend wäre eine schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.
Freitag, 21.12.2007
Zitat des Tages über Grundsätze
In Aufstellung unserer Grundsätze sind wir strenger als in ihrer Befolgung.
Mittwoch, 19.12.2007
Ballett: Senju Kannon
Sonntag, 16.12.2007
English for beginners
Drei Hexen schauen sich drei Swatch Uhren an. Welche Hexe schaut welche Swatch Uhr an?
Und nun das ganze in englischer Sprache !
Three witches watch three swatch watches. Which witch watch which swatch watch?
Englisch für Fortgeschrittene:
Drei geschlechtsumgewandelte Hexen schauen sich drei Swatch Uhrenknöpfe an. Welche geschlechtsumgewandelte Hexe schaut sich welchen Swatch Uhrenknopf an?
...das Ganze wieder in englischer Sprache !
Three switched witches watch three Swatch watch switches. Which switched witch watch which Swatch watch switch?
Englisch im Endstadium:
Drei Schweizer Hexen-Schlampen, die sich wünschen geschlechtsumgewandelt zu sein, schauen sich Schweizer Swatch Uhrenknöpfe an. Welche Schweizer Hexen-Schlampe, die sich wünscht geschlechtsumgewandelt zu sein, schaut sich welche Schweizer Swatch Uhrenknöpfe an?
...das ganze in Englisch:
Three swiss witch-bitches, which wished to be switched swiss witch-bitches, wish to watch three swiss Swatch watch switches. Which swiss witch-bitch which wishes to be a switched swiss witch-bitch, whishes to watch which swiss Swatch watch switch
Sonntag, 09.12.2007
Aufgelesen: über die Füße der Göttinger Damen
"Ausführlicheres über die Stadt Göttingen lässt sich sehr bequem nachlesen in der Topographie derselben von K.F.H. Marx. Obzwar ich gegen den Verfasser der mein Arzt war und mir viel Liebes erzeigte, die heiligsten Verpflichtungen hege, so kann ich doch sein Werk nicht unbedingt empfehlen, und ich muss tadeln, dass er jener falschen Meinung, als hätten die Göttingerinnen allzu große Füße, nicht streng genug widerspricht. Ja, ich habe mich sogar seit Jahr und Tag mit einer ernsten Widerlegung dieser Meinung beschäftigt, ich habe deshalb vergleichende Anatomie gehört, die seltensten Werke auf der Bibliothek exzerpiert, auf der Weenderstraße stundenlang die Füße der vorübergehenden Damen studiert, und in der grundgelehrten Abhandlung, so die Resultate dieser Studien enthalten wird, spreche ich
1. von den Füßen überhaupt,
2. von den Füßen bei den Alten,
3. von den Füßen der Elefanten,
4. von den Füßen der Göttingerinnen,
5. stelle ich alles zusammen, was über diese Füße auf Ullrichs Garten schon gesagt worden,
6. betrachte ich diese Füße in ihrem Zusammenhang und verbreite mich bei der Gelegenheit auch über Waden, Kniee usw., und endlich
7. wenn ich nur so großes Papier auftreiben kann, füge ich noch hinzu einige Kupfertafeln mit dem Faksimile göttingischer Damenfüße."
Quelle: Heinrich Heine: Harzreise; Reclam-Verlag Stuttgart 2006
Samstag, 08.12.2007
Zitat des Tages über den Charakter
Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht!
Donnerstag, 06.12.2007
Zitat des Tages über die Verantwortung
Der Preis der Größe heißt Verantwortung.
Samstag, 24.11.2007
Zitat des Tages über die Sünde
Die Physiker haben erfahren, was Sünde ist, und dieses Wissen wird sie nie mehr ganz verlassen.
Donnerstag, 22.11.2007
Zitat des Tages über die spitze Zunge
Eine spitze Zunge ist der einzige Gegenstand, der durch ständigen Gebrauch nur noch spitzer wird.
Sonntag, 18.11.2007
Zitat des Tages über die Bildung
Bildung muss eines der vielen Mittel zur geistigen Entwicklung sein, aber wir hatten in der Vergangenheit wahre Geistesriesen, die keinerlei Bildung besaßen.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer
Samstag, 17.11.2007
Zitat des Tages über Vorhersagen
"Ich kann die Bewegung der Himmelskörper berechnen, aber nicht das Verhalten der Menschen."
Sir Isaac Newton (1643-1727), englischer Mathematiker, Physiker und Astronom
Montag, 12.11.2007
Zitat des Tages über den Abschied
"Ein Abschied ist immer Abendsonnenglanz, halb nur mehr im Licht und halb schon in Dunkelheit."
Quelle: Stefan Zweig: "Maria Stuart"; Fischer Verlag , Frankfurt 1981
Sonntag, 11.11.2007
Zitat des Tages über das Schweigen und die Gegenwart
Das Schweigen von gestern rechtfertigt nie das Schweigen von heute.
Otto Schily (*1932), deutscher SPD-Politiker
Samstag, 10.11.2007
Zitat des Tages zum "Danke" sagen
"Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen."
Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr. - 43 v.Chr.), römischer Redner und Schriftsteller
Freitag, 09.11.2007
Zitat über Wichtiges und Unwichtiges
Wer sich zu wichtig für kleine Arbeiten hält, ist oft zu klein für wichtige Arbeiten.
Donnerstag, 08.11.2007
Zitat des Tages über das Leben von der Wahrheit
"Sehr viele Menschen leben davon, daß die Wahrheit auf Erden so schwer zu finden ist: die Detektive, Rechtsanwälte, Richter, Schriftsteller, Wissenschaftler, Philosophen, Geistlichen und viele andere."
Georges Simenon (1903-1989), belgischer Kriminalschriftsteller (Kommissar Maigret)
Sonntag, 04.11.2007
Zitat des Tages zum Risikomanagement
"Die Klugheit ist sehr geeignet zu bewahren, was man besitzt, doch allein die Kühnheit versteht zu erwerben."
Friedrich II. (1194-1250), römisch-deutscher Kaiser (Staufer)
Samstag, 03.11.2007
Zitat des Tages über das Aufstehen
Freitag, 02.11.2007
Aufgelesen: vierzig Jahre später von Theodor Fontane
...
"Da seh ich wieder das Kuckloch. Und steht auch wieder auf. Erkältest Du Dich nicht?"
"Nein, mein Jung. Und jedenfalls, es läßt sich nicht anders tun. Wenn ich das Fensterchen zumache, kriege ich keine Luft. Und nachts... Gefahr is nicht... reinstehlen kann sich keiner; solche dünne Kerle gibt es gar nicht. Und dann hab ich ja auch die Pistole."
"Ist es immer noch die alte, die nicht losgeht?"
"Natürlich. Auf das Losgehn kommt es bei Pistolen auch gar nicht an. Die moralische Wirkung entscheidet dabei. Das Moralische entscheidet überhaupt."
"Meinst Du?"
"Ja das mein ich. Ich bin erst spät dahintergekommen, aber besser spät als gar nicht...."
Quelle: Theodor Fontane: "Meine Kinderjahre", aus dem 16. Kapitel; Deutscher Taschenbuch-Verlag München 1971
Donnerstag, 01.11.2007
Zitat des Tages über die Frau
Sonntag, 28.10.2007
Zitat des Tages über das Leben
"Ein Leben, bei dem nicht von Zeit zu Zeit alles auf dem Spiel steht, ist nichts wert."
Luise Rinser (1911-2002)
Samstag, 27.10.2007
Zitat des Tages über den Beweis
Der Beweis ist das Erb-Unglück des Denkens.
Mittwoch, 24.10.2007
Zitat des Tages über Optimismus
"Sobald ein Optimist ein Licht erblickt, das es gar nicht gibt, findet sich ein Pessimist, der es wieder ausbläst."
Giovanni Guareschi (1908-1968), italienischer Schriftsteller (Don Camillo und Peppone)
Sonntag, 21.10.2007
Zitat des Tages über die Pflicht
Die Pflicht gegen sich selbst besteht darin, daß der Mensch die Würde der Menschheit in seiner eigenen Person bewahre.
Samstag, 13.10.2007
Zitat des Tages über das Leben
Das Leben ist ein dorniger Rosenstock und das Glück die Blüte.
Kǒng Zǐ (chin. transkribiert: Kong Tse; Wade-Giles: K'ung-tzû, „Meister Kong“) war ein chinesischer Philosoph und Namensgeber für die im Westen als Konfuzianismus bekannten Lehren der Schule der Gelehrten. Sein eigentlicher Name war Kǒng Fū Zǐ, (höflichere Anrede) zu Deutsch Meister Konfuzius – die Endung -us hat ihren Ursprung darin, dass seine Texte zuerst von Jesuiten ins Lateinische übertragen wurden. Auch die Bezeichnung Hoang-Dzuy Vo, zu Deutsch Meister Suti, erscheint in einigen Quellen.
Er lebte vermutlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. und wurde unter dem Namen Kong Qiu (Wade-Giles: K'ung Ch'iu) in der Stadt Qufu im chinesischen Staat Lu (die heutige Provinz Shandong) geboren, wo er auch starb.
Die Familie Kong besteht weiterhin in gerader Linie und dürfte damit eine der ältesten nachgewiesenen Familien der Welt sein. Ein Nachfahre der 75. Generation lebt heute in Taiwan. Auch eine Familie Kong in Qufu führt ihren Stammbaum auf Konfuzius zurück.
Konfuzius gründete eine Schule für Philosophie. Der zentrale Wert seiner Lehren war die Ordnung, die seiner Meinung nach durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar sei. Im Mittelpunkt seines Denkens stand der „Edle“ (君子 junzi), ein moralisch einwandfreier Mensch. Der Gedanke der Harmonie spielt eine bedeutende Rolle in seiner Weltanschauung: „Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint“, sah Konfuzius als das höchste menschliche Ziel an. „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ seien das Ziel.
Quelle dieser Information: http://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius
Sonntag, 07.10.2007
Projektorganisation nach Johann Wolfgang von Goethe
"...Übergeben Sie ja, wenn es zur zweiten Auflage kommen sollte, das Ganze irgend jemand zur Besorgung. Man verdirbt sich durch dergleichen mechanischen Bemühungen, auf die man nicht eingerichtet ist und die man nicht mit der gehörigen Präzision treibt, den ganzen Spaß und hat erst am Ende, wo alles zusammen treffen soll den Verdruß weil es an allen Enden fehlt..."
Quelle: Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805, Band 1; München 2005; Goethe in einem Brief an Schiller am 10.Oktober 1796 in Weimar; ISBN 3-442-07708-7
"Auf die Berge will ich steigen!"
Schwarze Rücke, seidne Strümpfe,
Weiße, höfliche Manschetten,
Sanfte Reden, Embrassieren,
Ach, wenn Sie nur Herzen hätten!
Herzen in der Brust, und Liebe,
Warme Liebe in den Herzen -
Ach mich tötet ihr Gesinge
von erlognen Liebeschmerzen.
Auf die Berge will ich steigen,
Wo die frommen Hütten stehen,
Wo die Brust sich frei erschließet,
Und die freien Lüfte wehen.
Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunklen Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,
Und die stolzen Wolken jagen.
Lebet wohl, ihr glatten Säle!
Glatte Herren! Glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,
Lachend auf euch niederschauen.
Quelle: Heinrich Heine: Die Harzreise; Ditzingen 2006; ISBN-13: 978-3-15-002221-4
Samstag, 06.10.2007
Literatur: Beethovens 9. Symphonie und die Ode an die Freude
...Gleich zu Anfang ging die Türe auf und Genfud trat in den Saal. Kaum stand er vor uns, begann er auch schon seine Chancen zu versauen. Er war häßlich und verschwitzt. Roch nach ranzigem Öl. War dünn, grauäugig, abweisend. Das alles hätten wir ihm verziehen, wenn er nicht so ruppig gewesen wäre. Er war gegen uns. Versuchte nicht einmal, mit uns ins Gespräch zu kommen. Er stand da und stank. War abgeblitzt, bevor er zu Wort kam. Ich stellte ihm - der Ordnung halber - eine Routinefrage, damit er nicht herumerzählte, man habe ihn nicht geprüft:
- Warum wollen Sie zum Fernsehen, Monsieur Genfud?
- Weiß ich nicht, antworte er und blickte zur Decke.
Kersabi war nicht gewillt, sich beleidigen zu lassen, und erklärte frostig:
- Kommen Sie wieder, wenn Sie es wissen. In einem Jahr oder sonst einmal.
Ich hatte Mitleid mit dem Jungen und fragte ih, wozu er denn die lange Reise gemacht habe, von Tlemcen nach Alger, wo er doch keine Ahnung hatte, welches sein Ziel sei. Da gab er zurück, es sei nicht seine Aufgabe, ihn auf seine Ziele zu prüfen, sondern auf seine Kenntnisse. Was er sich wünsche sei seine Sache und gehe mich nichts an.
Die Antwort war unerhört. So war logisch. Ich bekam Lust, den Kerl kennenzulernen, und versuchte, näher an ihn heranzurücken:
- Haben Sie eine Beziehung zur Malerei?
- Nein.
- Zur Literatur?
- Nein.
- Die Kunst läßt sie kalt?
- Ich habe mich nie sattgegessen, Monsieur. Für Leute wie mich ist Kunst ein Luxus.
Damit hatt er mich erwischt. Er traf ins Schwarze meiner Schuldgefühle, denn ich hatte immer gut gegessen.
- Wie meinen Sie das, 'nie sattgegessen'?
- Das heißt, daß ich einen leeren Magen habe, sagt er und riß sein Hemd auf. Wie ein schlechter Schauspieler. Da war nicht zu sehen als ein Skelett mit gelblicher Haut darüber. Ich schämte mich in den Boden hinein und fragte unsicher:
- Sie sagen, daß Sie noch nie ein künstlerisches Erlebnis, noch nie eine Gänsehaut gehabt haben?
- Einmal.
- Erzählen Sie!
- Musik habe ich gehört. in Tlemcen. Da bin ich aufgewachsen.
- Also ein Konzert?
- Nein.
- Aber was?
- Ein Transistor. Auf dem Suk. Jeder Krämer hat einen Transistor um die Kunden anzulocken. Tausend Transistoren; stellen sie sich den Lärm vor!
- Aber Sie hören gerne Musik?
- Nein.
- Soeben haben Sie gesagt, daß Sie Musik gehört haben, die Ihnen Gänsehaut verursachte.
- Einmal, habe ich gesagt.
- Und? Was war das?
- Die neunte Symphonie von Beethoven.
Hossein lächelte herablassend. Kersabe putzte ärgerlich seine Fingernägel, und Dschaffar zündete sich eine Zigarette an. Genfud machte sich lustig über uns. Oder wollte uns imponieren. Ein Lumpenproletarier aus Tlemcen. Wollte sich interessant machen. Ein bekannter Trick. Die neunte Symphonie von Beethoven. Hatte ein Fremdwort aufgeschnappt und war es uns an den Kopf! meine algerischen Kollegen waren wütend. Und ich verwirrt. Möglicherweise sprach er die Wahrheit, und ich bohrte weiter, ob er sich an etwas erinnere aus dieser Symphonie.
- An alles, Monsieur. An jeden Ton. Und besonders an den letzten Satz. Den mit dem Chor.
- Was für ein Chor.
- Die Ode an die Freude. Wissen Sie nicht, was das ist?
Jetzt verschlug es uns den Atem. Das klang echt, aber wir wollten es noch immer nicht glauben. Ich fragte, worum es sich den handele, bei dieser Ode an die Freude.
- Um die Freude.
- Natürlich um die Freude - was weiter?
- Der Text ist von Schiller. Ich habe deutsch gelernt, um ihn zu verstehen.
- Deutsch haben Sie gelernt?
- Bei einem Fremdenlegionär, der nicht nach Deutschland zurück will. Ein Freund von mir. Arbeitet bei einem Metzger nebenan.
- Der geeignete Lehrer, murmelte ich vor mich hin.
Genfud spürte meine Ironie, schaute mich herausfordernd an und fragte, ob ich deutsch verstehe.
- Ein wenig, sate ich lächelnd, das ist meine Muttersprache.
- Dann will ich Ihnen etwas sagen in Ihrer Muttersprache.
- Bitteschön!
- Freude schöner Götterfunken
Tochter aus Elysium
wir betreten feuertrunken
himmlische, dein Heiligtum...." Quelle: André Kaminski: Die Gärten des Mulay Abdallah, dort: Der Sieg über die Schwerkraft; Frankfurt 1983; ISBN 3-518-37430-3
Freitag, 20.07.2007
Kaisermantel / emporer coat
Montag, 28.05.2007
Aufgelesen: über das Bauen des Kommunismus
?Nicht in Stein, sondern in den Menschen müssen wir den Kommunismus bauen, Viktor Wawilowitsch!? rief er berauscht. ?Das ist schwieriger und dauert länger! Selbst wenn morgen in Stein alles fertiggebaut ist, werden wir deswegen noch lange keinen Kommunismus haben!?
Quelle: Solschenizyn, Große Erzählungen: ?Zum Nutzen der Sache?; Fischer-Verlag 1984, S. 292/293
Samstag, 12.05.2007
Do not judge to quickly
Donnerstag, 10.05.2007
Tanz mit dem Hund: You are the one that I want
Dienstag, 01.05.2007
Unfallverhütung für Friseusen
Montag, 09.04.2007
Geschlechterkampf
Samstag, 31.03.2007
Kochrezept des Tages: Sauerkrautsuppe
Samstag, 24.03.2007
Aufgelesen: Käthe
Dein Gugelhupf von Jakobsmuscheln
verführt den gröbsten Kerl zum kuscheln,
die Zuckererbsencreme mit Hummer,
vertreibt den schlimmsten Liebeskummer,
und für die foie gras canard
ging jeder mit Dir zum Altar.
Beim Duft der Knoblauchfettucine
erklingt im Bauch die Mandoline,
das Morchel-Pfifferling-Gemüse
treibt Glück in jede Tränendrüse,
und Dein Bravourstück ersten Rangs
ist Fischauflauf aus der Provence.
Zum Punsch parfait mit heißer Birne
küsst mich ein Engel auf die Stirne,
und mit den Wunder-Plunderstücken
jagst du mir Schauer über`n Rücken!
Bei Apfelstrudel mit Vanille
beschlägt mir die Armani-Brille.
(Vielleicht ists aber auch die Würze
Der Kürze deiner Küchenschürze...)
Gelesen: im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover, 2005; Autor unbekannt
Sonntag, 18.03.2007
Aufgelesen: "Zwei Rätsel gibt es auf dieser Welt"
"Matrjona ließ ab, doch trat sie noch einmal herzu und schluchzte herzzereißender. Da kam aus einer Ecke eine uralte Frau hervor, legte Matrjona die Hand auf die Schulter und meinte streng:
'Zwei Rätsel gibt es auf der Welt: wie ich geboren werde- erinnere ich nicht, wie ich sterbe ? weiß ich auch nicht.'
Und sogleich verstummte Matrjonas, und es verstummten alle, bis es still war."
aus: Alexander Solschenizyn: Große Erzählungen, dort ?Matrjonas Hof?, S. 235; Fischer-Taschenbuchverlag 1984
Sonntag, 11.03.2007
Aufgelesen: über schöne Gesichter
?Offensichtlich wollte sie gern mit einem Stück aus alter Zeit abgebildet werden. Die rötliche, frostige Sonne übergoß das vereiste Fensterchen des nun verkürzten Flurs mit rosigem Licht, - und sein Widerschein ließ Matrjonas Gesicht erglühen. Jene Menschen haben immer ein schönes Gesicht, die im Einklang mit ihrem Gewissen leben."
aus: Alexander Solschenizyn: Große Erzählungen, dort ?Matrjonas Hof?; Fischer Taschenbuch Verlag 1984, S. 226/227
Samstag, 03.03.2007
Foto des Tages: die Tollkirsche
Quelle und weitere Informationen zur Tollkirsche vgl: http://www.flickr.com/photos/37925259@N00/293199144/
Mittwoch, 14.02.2007
Galgenmännchenspiel aus der Schulzeit
Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Mit "Galgenmännchen" haben vermutlich auch Sie sich die Zeit vertrieben. Nun lässt ZEIT online diesen Klassiker wieder aufleben. Die Begriffe, die es zu raten gilt, bevor die Figur vollständig ist, stammen aus dem aktuellen Zeitgeschehen.
Ist doch ein Kinderspiel, oder?
gefunden auf der Webseite: http://apollo.zeit.de/maennchenspiel/
Dienstag, 13.02.2007
Aufgelesen: über das Kleben von Tapeten
"Die Bordüren, hoff ich, werden Ihnen gefallen, nur muß man acht haben, daß sie nicht falsch aufgeklebt werden; sie haben zweierlei Lichtseiten, um sie rechts und links gegen die Fenster wenden zu können, auch ist zu bemerken daß die Boukets fallen. Die Leute geben nicht immer acht auf diese Hauptpunkte, sie haben mir in meinem Hause eine solche Bordüre ganz falsch aufgeklebt, deswegen ich dieses zur Warnung melde. Ich will das Paket auch von hier frankieren und den Betrag zusammennotieren."
Johann Wolfgang von Goethe an Friedrich Schiller am 10.Februar 1796
Quelle: Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805, Goldmann Verlag München 2005.
Samstag, 03.02.2007
Aufgelesen: vierzig Jahre später von Theodor Fontane
"Ich hatte mich wie gewöhnlich bei ihm angemeldet, machte zunächst die reizende Fahrt bis Eberswalde per Bahn, dann die reizendere bis Freienwalde selbst in einem offenen Wagen und schritt nun auf einem von alten Weiden eigefaßten Damm auf Schiffmühle zu, dessen blanke rote Dächer ich gleich beim Heraustreten aus der Stadt vor Augen hatte. Der Weg war nicht weiter als eine gute halbe Stunde, Rapsfelder links und rechts, einzelne mit Stochnestern besetzte Gehöfte weit über die Niederung verstreut und, als Abschluß des Bildes, jene schon erwähnte, jenseits der alten Oder ansteigende Reihe von Sandbergen. Als ich bis in Nähe der Brücke war, war natürlich auch die Frage da: 'Wie wirst du den Alten finden?' Aber eh ich mir schon Antwort geben konnte, sah ich ihn auch schon. Er hatte von der Giebelstube seines Hauses her mein Herankommen beobachtet, und als ich eben meinen Fuß auf die vorderste Brückenbohle setzten wollte, stand er auch schon an der anderen Seite der Brücke, mit seiner linken Hand zu mir herüberwinkend....
...Jetzt hatten wir uns und gaben uns einen Kuß auf die linke Backe. Nun, das ist recht, daß du da bist. Was macht deine Frau? Und die Kinder?" Er wartete aber keine Antwort ab, denn solche Familienfragen, wenn es nicht gleich ans Sterben ging, interessierten ihn wenig, und so fuhr er dann fort: "Es ist das Leben eines Einsiedlers, das ich führe, ja man könnte schon von Anachoreten sprechen, die ich mir übrigens vielleicht mit Unrecht, als gesteigerte Einsiedler denke. Fremdwörter haben fast immer was Gesteigertes. Nun, wir reden noch davon. Ein Glück, daß du so gutes Wetter getroffen hast, das reine Hohenzollernwetter. Du schreibst ja auch so viel über die Hohenzollern und nimmst drum vielleich an ihrem Wetter teil; es lohnt sich alles. Ich für meine Person halte an Napoleon fest; er war das größere Genie. Weißt du denn, daß Prinz Wilhelm - ich meine den alten, das heißt den ganz alten, die Schwedter-Dragoner-Uniform trug, hellblau, mit schwarzem Kragen, und soll ein aufrichtig frommer Mann gewesen sein, denn auf die Aufrichtigkeit kommt es an-, weißt du denn, daß Prinz Wilhelm immer die Büste Napoleons vor Augen hatte? Noch dazu auf seinem Schreibtisch."
"Ja ich weiß es Papa; du hast mir öfter davon erzählt."
"Öfter davon erzählt", wiederholte er. "Ja, das wird wohl richtig sein. Ich lerne nichts mehr dazu, habe bloß immer noch die alten Geschichten, aber eigentlich sind das die besten. Entsinnst du dich noch? Lannes und Latour d'Auvergne und Michel Ney. Ja, mein Freund Michel Ney, der kommt mir jetzt wieder öfter in den Sinn, und ich seh ihn dann immer, wie sie ihn an die Gartenmauer stellten - in dem öden und einsamen Luxembourg-Garten, und war gerad ein klatschiges Dezemberwetter -, und wie dann der Offizier, der das Peloton kommandierte, noch einmal das das Kriegsgerichtsurteil vorlesen wollte mit all den Prinzen- und Herzogstiteln, wie da mein Freund Ney abwehrte und unterbrach und mit seiner tiefen Stimme sagte: 'Pourquoi tous ces titres?... Michel Ney... rien de plus... et bientôt un peu de poudre.' Und dann fielen die Schüsse. Ja, 'bald bloß noch ein bißchen Staub'. Eigentlich paßt es auf jeden und zu jeder Stunde. Und wenn man nun gar einundsiebzig is..."
"Ach Papa, daran mußt du nicht denken."
"Ich mag auch nicht, der Tod ist etwas Gruseliges..."
Quelle: Theodor Fontane: "Meine Kinderjahre", aus dem 16. Kapitel; Deutscher Taschenbuch-Verlag München 1971
Sonntag, 28.01.2007
Aufgelesen: über das Zerbomben
?Das Zerbomben bringt auch ein Dummkopf fertig. Das Zerbombte zu sichten, ist weitaus schwieriger.?
Quelle: Alexander Solschenizyn in "Große Erzählungen - Zwischenfall auf dem Bahnhof Kretschetowka", Fischer-Verlag Frankfurt 1984, S. 154)
Samstag, 27.01.2007
Das Bundesamt für Verfassungsschutz singt für Köln
Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=I-_Lkkssv5A
Dienstag, 23.01.2007
Warnung für alle Blogger
...könnt Ihr hier nachlesen:
Sonntag, 14.01.2007
Zitat des Tages über den Fisch
?Die Form des Fisches ist das perfekte Beispiel für Bewegung? ? ?The shape of a fish is a perfect example of motion.? (Frank O. Gehry)
In Erinnerung an einen Besuch bei Axica - Potsdamer Platz 3 in Berlin.
Fotos von diesem "Fisch-Gebäude": http://www.axica.com/de/facilities/
Informationen zum Architekten Frank Owen Gehry:
Samstag, 13.01.2007
Zitat des Tages über die Liebe
"Die Liebe muß ein mit Freiheit geschlossener, mit Freiheit aufrecht erhaltener Freudenbund der Herzen sein!"
Quelle: Roman ?Aspasia? von Robert Hamerling gelesen im Projekt Gutenberg http://www.gaga.net/pgdp/default.php
Sonntag, 07.01.2007
Zitat des Tages über die Freundschaft
Freitag, 05.01.2007
Das neue Rathaus in Hannover
Donnerstag, 04.01.2007
Wissenstraining
Mit folgendem Link kann man für Jörg Pilawa's "Das Quiz" u.ä. Sendungen üben:
Samstag, 23.12.2006
Rup Cyberknecht
Rup Cyberknecht
(Dieses lustige Weihnachtsgedicht wurde mir zugespielt.)



